Zimmerner Chronik des 20. Jh - Band 2
      Blick ins Buch

„Wir lernen aus der Geschichte, dass wir aus ihr nichts lernen.“ Über diese Worte von Georg Wilhelm Friedrich Hegel und Mahatma Gandhi lässt sich trefflich streiten. Man muss dieser Ansicht nicht unbedingt widersprechen, kann sie aber durchaus hinterfragen. „Die Geschichte lehrt andauernd, nur findet sie keine Schüler“, schrieb nämlich Ingeborg Bachmann, und Ernst Ferstl fügte hinzu: „Angesichts der Tatsache, dass die Menschheit nicht fähig ist, aus den Fehlern der Vergangenheit zu lernen, dürfen wir uns in Zukunft keine Fehler mehr leisten“. Vielleicht regt das Buch den Leser an, sich mit dieser nicht ganz unwichtigen Frage zu beschäftigen.

Die Chronik versucht zu zeigen, warum Zimmern heute so ist, wie es ist. Unsere Gemeinde hat nämlich mehr als andere Orte im Kreis Rottweil in der Zeit von 1945 bis 2000 einen grundlegenden Wandel erfahren. Aus dem Arbeiterdorf von damals ist eine Dienstleistungsgemeinde geworden. Zimmern hat sich dadurch nicht nur zu einem gewichtigen Wirtschaftsstandort im Kreis entwickelt, sondern ist durch seine hervorragende Infrastruktur ein Anziehungspunkt für viele Menschen geworden. Dadurch wurden der ursprüngliche Dorfcharakter, Bräuche und Lebensweisen in vielfacher Hinsicht einem Wandel unterzogen. Dieser hatte und hat naturgemäß neben vielen positiven, auch negative Folgen.

Entscheidend für diese Veränderungen waren zunächst die Errichtung einer französischen Werkstattkompagnie auf der ehemaligen Flak und die seit Ende der vierziger Jahre einsetzende Zuwanderung von Flüchtlingen und Heimatvertriebenen sowie das Bemühen um deren Integration. Weitere Marksteine für den Wandel waren die Gemeindereform von 1973 und die damit verbundene Gefahr einer Eingemeindung sowie der Bau der Autobahn mit der Anschlussstelle Zimmern, die anschließende drohende Insolvenz der Gemeinde in den achtziger und neunziger Jahren und die von Bürgermeister Emil Maser erstrebte und realisierte Errichtung des interkommunalen Gewerbegebietes (Inkom). Dieses Buch versucht, den aus diesen Gründen hervorgerufenen Wandel der Gemeinde, dessen Folgen in demographischer, sozialer, wirtschaftlicher, finanzieller und kultureller Hinsicht zu beschreiben und dabei aufzuzeigen, wie sich das ehemalige „dörfliche Leben“ dadurch verändert hat. Landes- und bundespolitische Entscheidungen haben die Entwicklung unserer Gemeinde entscheidend mitbeeinflusst. Deshalb wird jedem Zeitabschnitt eine kurze Darstellung der bundesdeutschen Geschichte vorangestellt, um deren Einfluss für die Entwicklung der Gemeinde im Allgemeinen und für deren Bürger im Konkreten zu beschreiben.

Herausgegeben von Gemeinde Zimmern o.R.

4. Dezember 2020
sofort lieferbar

342 Seiten, 24 x 22 cm, Broschur, Bilder, Tabellen

25,– €
ISBN 978-3-8392-2890-6
Walter Schwer

Walter Schwer

Walter Schwer, 1949 in Schonach geboren, unterrichtete nach seinem Studium der Fächer Geschichte, Latein und Politik in Freiburg seit 1977 in Rottweil. Seit 1975 lebt er in Zimmern und war dort in mehreren Vereinen tätig. Vor allem war er Organisator des Zimmerner Dorf Festes („ZDF“). 1998 gründete er den Förderverein „Renovierung Turnhalle“ und verfasste das Buch „it muh und it mäh - unsere Redensarten und was dahinter steckt“ zu deren Finanzierung. Seit seiner Pensionierung arbeitet er an einer Chronik über Zimmern im 20. Jhdt. Band 1: „1900 - 1945“ erschien 2015, „Band 2: „1945 - 2000“ liegt nun vor. Walter Schwer ist seit 1975 mit Barbara Martin verheiratet. Das Ehepaar hat zwei Kinder und sieben Enkelinnen.
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